<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" ><generator uri="https://jekyllrb.com/" version="4.3.2">Jekyll</generator><link href="http://localhost:4001/feed.xml" rel="self" type="application/atom+xml" /><link href="http://localhost:4001/" rel="alternate" type="text/html" /><updated>2026-09-05T06:40:13+02:00</updated><id>http://localhost:4001/feed.xml</id><title type="html">axaneco’s blog 2.0</title><subtitle>Wasserstandsmeldungen</subtitle><entry><title type="html">Dänemark</title><link href="http://localhost:4001/blog/2026/08/14/daenemark.html" rel="alternate" type="text/html" title="Dänemark" /><published>2026-08-14T17:00:00+02:00</published><updated>2026-08-14T17:00:00+02:00</updated><id>http://localhost:4001/blog/2026/08/14/daenemark</id><content type="html" xml:base="http://localhost:4001/blog/2026/08/14/daenemark.html"><![CDATA[<p>Hinter mir liegt mein erster längerer <a href="https://layer8.space/tags/axadk">Urlaub</a> in Dänemark, Kolding und Kopenhagen. Mit Dänemark habe ich eine schöne <a href="https://layer8.space/@axaneco/117027778530196909">Geschichte</a> aus DDR-Zeiten: Wir haben damals regelmäßig im Sommer von Hiddensee aus bei Westwind einen aufgepusteten Badeball mit unserer Anschrift aufs Meer losgeschickt, und viele davon sind bestimmt von den Grenzern auf See eingesammelt worden, aber einer hat’s nach Møn geschafft. Eine dort urlaubende dänische Familie schrieb uns an, und wir hatten per Post Kontakt bis zum Mauerfall. Und dieser Mauerfall hat es uns schließlich ermöglicht, diese wirklich sehr netten Leute Anfang der 1990er in Kopenhagen zu besuchen.
Jetzt, 35 Jahre später, komme ich mal wieder ins Land und in die Stadt.</p>

<p>Was ist mir (mit meinem begrenzten Urlauber-/Touri-Erlebnishorizont) aufgefallen?</p>

<p><em>Nette Leute</em><br />
Wirklich. Alle Leute, die im weitesten Sinn was mit dem Dienstleistungssektor zu tun haben, haben mich und uns hier ausgesprochen nett und freundlich behandelt. Und alle anderen auch.</p>

<p><em>Fahrräder</em><br />
Nicht nur Kopenhagen ist voll von Fahrrädern und Menschen, die sie fahren. Es gibt teilweise eine eigene physische Infrastruktur für den Radverkehr, und so wie ich das einschätze, würde ein Auto auf der Fahrradspur nicht lange dort stehen. Ich habe beim Überqueren der Straße mehr auf Räder als auf Autos geachtet, weil sie viel schneller und agiler sind. Grundsätzlich muss man sich als Fußgänger:in keine Sorgen machen, von irgendeinem Rad übergebügelt zu werden, und auf dem Rad hat man seine eigenen Spuren in der Stadt. Eine sehr gute Lösung.</p>

<p><em>Brot/Brötchen</em><br />
Dänemark ist ein Brot- und Brötchenparadies. Unser Bäcker um die Ecke in Hamburg ist sehr gut. Aber die dänischen Backwaren sind ein echter Knaller. Egal ob als Basis für’s Smørrebrød oder als Frühstücksbrötchen. Ich werde hier einiges von dem vermissen, was wir dort zum Frühstück auf dem Teller hatten.</p>

<p><em>Preise</em><br />
Dänemark ist teurer als Deutschland, schon allein deswegen, weil es dort keine wie hier abgestufte Mehrwertsteuer gibt. Wenn man das ins Urlaubsbudget einplanen kann, kommt man klar.</p>

<p><em>Deutsche</em><br />
Ab und zu hört man Deutsche, gefühlt in Kopenhagen mehr als in Kolding. Nach meiner Beobachtung eher Familien mit schulpflichtigen Kindern als Leute in den 20ern oder 60ern. Unangenehm berührt war ich nur einmal in Kopenhagen; meine Frau fasste die Situation treffend zusammen mit: “Dass Leute Geld haben, macht sie nicht automatisch sympathisch.”</p>

<p><em>Kartenzahlung</em><br />
Apropos Geld. Wir sind knappe zwei Wochen durch Dänemark gelaufen, ohne eine einzige Dänische Krone in der Hand gehabt zu haben. In Dänemark kann man <em>alles</em> mit der Karte bezahlen. Auch das Bahnhofsklo in Kopenhagen (5 Kr/67 ct). Mein Gefühl dazu war das eines kompletten finanziellen Kontrollverlusts. Man hält einfach überall seine Karte (ich: mein Telefon) ran, ein Bier, ein Einkauf bei Meny, ein Besuch auf dem Dach eines Hochhauses, und dann wird das alles abgebucht. Für mich als jemanden, der - aus Gründen - einen centgenauen Kontenüberblick anstrebt, ist das ein Alptraum. Es gibt ja auch nirgends eine Quittung.</p>

<p><em>Apps</em><br />
Gleiches gilt für Apps: Fahrkarte kaufen/vorzeigen: App. Hotel buchen, einchecken, Fahrstuhl freischalten (!), Zimmer aufmachen (!!), auschecken: App. Audio Guide in der Ausstellung: App. Ohne Smartphone wird das schwierig in Dänemark.</p>

<p><em>Dannebrog/Split Flag</em><br />
Sie habe es mit der Flagge. Es gibt strenge Regeln, welche Flaggen überhaupt aufgezogen werden dürfen, der Dannebrog - also die rechteckige Nationalflagge - darf jedenfalls nicht nachts unbeleuchtet am Mast hängen, und der Schwalbenschwanz ist dem Staat und der Königsfamilie vorbehalten, sowie dem Königlichen Yachtclub, der aber viele Mitglieder zu haben scheint, denn ich habe ihn an vielen Booten gesehen.</p>

<p><em>Ordnung/Sicherheit</em><br />
Zumindest dort, wo wir waren, war es sauber und ordentlich. Ich glaube, die soziale Kontrolle funktioniert in Dänemark deutlich effektiver als in Deutschland. Vielleicht auch, weil das Land deutlich kleiner ist. Sechs Millionen Einwohner:innen, das sind Berlin, Hamburg und halb München, aber eben ein bisschen weiter verteilt.<br />
Ich habe auf einem Bahnhof eine Szene gesehen, da schmiss jemand was auf den Boden, das in einen Müllbehälter gehört hätte. Ein Bahner beobachtet die Szene, ging auf den Typen zu, zeigte stumm mit seinem Finger auf das Ding am Boden und ging. Der Typ nahm seinen Müll genervt, aber ohne Widerworte wieder auf. In Hamburg hätte sich der Bahner einen Stinkefinger eingefangen.</p>

<p><em>Metro</em><br />
Die einzige U-Bahn des Landes fährt in Kopenhagen, und zwar vollautomatisch und in einer unvorstellbaren Taktdichte. Wir haben nie mehr als 2 Minuten auf eine Bahn gewartet. Die Anzeige der kommenden Züge erfolgt in 30-Sekunden-Auflösung. Ich wüsste zu gern, wie dieses automatische System gesteuert wird und wie es mit Not- und Ausnahmefällen (jemand zieht die Notbremse) umgeht.<br />
Betriebsfremde Personen im Gleis - wer in Hamburg kennt es nicht - werden durch eine sehr einfache Maßnahme ausgeschlossen: Plexiglasbarrieren mit eingebauten Türen parallel zum Zug in jeder Station.</p>

<p><em>Joggen</em><br />
Massen von Menschen joggen im dichtesten Gewusel durch die Stadt. Wie sie zwischen den anderen Menschen, Rädern und Autos hindurchfinden, habe ich nicht aufklären können.</p>

<p><em>Architektur</em><br />
Für Architekturfreund:innen scheint mir Dänemark ein interessanter Ort zu sein. Aarhus und Kopenhagen haben diesbezüglich richtig interessante Ausblicke zu bieten, und ich denke, auch im restlichen Land wird es da einiges zu sehen geben.</p>

<p><em>Spiele</em><br />
Spiele-Cafés, Spiele wenn man irgendwo sitzt, Spiele im Hostel. Ich habe in Dänemark sehr viele Leute spielen sehen: Schach, Backgammon, Kniffel, Siedler, Kartenspiele. Restaurants stellen Spiele auf den Tisch, Leute holen Spiele aus der Tasche, wenn sie im Café sitzen. Scheint ein Ding zu sein.</p>

<p><em>SB-Gastro/Flindt &amp; Ørsted</em><br />
Dänemark kam mir gastronomietechnisch sehr entgegen: Ganz viele Cafés oder kleinere Restaurants laufen mit Selbstbedienung. Man geht zum Tresen, bestellt, bekommt, bezahlt. Im Ausnahmefall bekommt man nicht sofort, sondern später am Platz, auch OK. Bezahlt habe ich immer an der Theke. Das fand ich hervorragend.<br />
Geheimtipp CPH: Café Flindt &amp; Ørsted. Gemütlich im Park, viele Locals im Laden, tolle Lage mit Ausblick, sehr entspannt und easy. Ich mochte es da sehr gerne.</p>

<p><em>Vielfalt</em><br />
Wir waren in der Zeit der Pride Week in Kopenhagen, da ist Vielfalt natürlich per se Programm. Aber unabhängig davon - die Idee von leben und leben lassen, die Idee von Toleranz, alle minden ihr Business und lassen die anderen so machen wie sie meinen - die scheint mir in Dänemark doch sehr viel deutlicher <a href="https://layer8.space/@axaneco/117090015424685273">ausgeprägt</a> zu sein als in Deutschland: “Letzter Abend in diesem großen Hostel-Gemeinschaftsraum, in dem Leute verschiedenster Natur kommen, gehen, Schach, Karten oder am Handy spielen, essen, trinken, Kontakte knüpfen, für sich sind, arbeiten, ein- oder auschecken, kickern, stricken, Musik hören oder den Tag Revue passieren lassen. Ich mag die Vielfalt und die Friedlichkeit dieses Ortes. Er wird mir ein bisschen fehlen.”</p>

<p><em>Dänen lügen nicht</em><br />
Und was könnte ein Volk sympathischer machen?</p>]]></content><author><name></name></author><category term="blog" /><summary type="html"><![CDATA[Hinter mir liegt mein erster längerer Urlaub in Dänemark, Kolding und Kopenhagen. Mit Dänemark habe ich eine schöne Geschichte aus DDR-Zeiten: Wir haben damals regelmäßig im Sommer von Hiddensee aus bei Westwind einen aufgepusteten Badeball mit unserer Anschrift aufs Meer losgeschickt, und viele davon sind bestimmt von den Grenzern auf See eingesammelt worden, aber einer hat’s nach Møn geschafft. Eine dort urlaubende dänische Familie schrieb uns an, und wir hatten per Post Kontakt bis zum Mauerfall. Und dieser Mauerfall hat es uns schließlich ermöglicht, diese wirklich sehr netten Leute Anfang der 1990er in Kopenhagen zu besuchen. Jetzt, 35 Jahre später, komme ich mal wieder ins Land und in die Stadt.]]></summary></entry><entry><title type="html">Jahresrückblick 2025</title><link href="http://localhost:4001/blog/2025/12/30/jahresrueckblick.html" rel="alternate" type="text/html" title="Jahresrückblick 2025" /><published>2025-12-30T16:00:00+01:00</published><updated>2025-12-30T16:00:00+01:00</updated><id>http://localhost:4001/blog/2025/12/30/jahresrueckblick</id><content type="html" xml:base="http://localhost:4001/blog/2025/12/30/jahresrueckblick.html"><![CDATA[<p><em>Zugenommen oder abgenommen?</em><br />
Ungefähr gleich, ich kann es nicht genau sagen. Ich habe oft eine Jogginghose an, und wer Jogginghosen trägt, hat bekanntermaßen - Karl Lagerfeld hatte vollkommen recht - die Kontrolle über sein Leben bzw. mindestens sein Gewicht verloren.</p>

<p><em>Haare länger oder kürzer?</em><br />
Im Mittel eher kürzer, weil rechtzeitiger bei der Friseurin gewesen. Haardichte weiter abnehmend, meine Friseurin tut was sie kann, um das bestmöglich zu kaschieren.</p>

<p><em>Kurzsichtiger oder weitsichtiger?</em><br />
Zum Nähen brauche ich jetzt eine +3,0-Dioptrien-Brille.</p>

<p><em>Mehr ausgegeben oder weniger?</em><br />
Mehr für “Gönn dir doch mal was, du hast es doch.”</p>

<p><em>Der hirnrissigste Plan?</em><br />
Ein Shirt mit V-Ausschnitt zu nähen. (Hirnrissig wegen des V-Ausschnitts. Nähbubble sagt, V-Ausschnitt ist der Endgegner. Sie hat recht.)</p>

<p><em>Die gefährlichste Unternehmung?</em><br />
Wird sich erst 2026 rausstellen, vielleicht: Ziemlich oft und ziemlich deutlich “Nein” gesagt zu haben.</p>

<p><em>Die teuerste Anschaffung?</em><br />
Eine mechanische Armbanduhr. Bzw. um ehrlich zu sein: Mehrere mechanische Armbanduhren.</p>

<p><em>Das leckerste Essen?</em><br />
Gänsebrust, Rotkohl, Klöße.</p>

<p><em>Das beeindruckenste Buch?</em><br />
“Adressat unbekannt” von Kathrine Kressmann Taylor. (Absolute Empfehlung. Ein schnell weggelesenes Bändchen, das nachwirkt und Pflichtlektüre an jeder Schule sein sollte.)</p>

<p><em>Der ergreifendste Film?</em><br />
Die Serie “Black Mirror” ist mir lange nachgegangen. Ein düsteres Meisterwerk.</p>

<p><em>Die beste Musik?</em><br />
Musikalisch hat 2025 nichts herausgestochen, aber Musik war 2025 auch nicht mein Schwerpunkt.</p>

<p><em>Das schönste Konzert?</em><br />
In der Elphi.</p>

<p><em>Die meiste Zeit verbracht mit…?</em><br />
Arbeit, kochen, nähen, 3D, Internet.</p>

<p><em>Die schönste Zeit verbracht mit…?</em><br />
Ihr.</p>

<p><em>Vorherrschendes Gefühl 2025?</em><br />
Es wird alles insgesamt immer schlimmer, und die Leute werden immer bekloppter. (Ausgenommen meine Social-Media-Bubbles, meine Familie - ein Glück! - und ein paar andere Leute, mit denen ich dicht bin.)</p>

<p><em>2025 zum ersten Mal getan?</em><br />
Eine Nähmaschine gekauft und mir eine Overlock schenken lassen.</p>

<p><em>2025 nach langer Zeit wieder getan?</em><br />
Mit der Maschine genäht.</p>

<p><em>3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?</em><br />
Rechtsradikalismus auf allen möglichen Kanälen, Konflikte im Job, einen dummen Streit.</p>

<p><em>Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?</em><br />
Ich bin da.</p>

<p><em>Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?</em><br />
Das müssen andere sagen.</p>

<p><em>Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?</em><br />
Dazusein, wie immer.</p>

<p><em>Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?</em><br />
“Glückwunsch.”</p>

<p><em>Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?</em><br />
“Glückwunsch.”</p>

<p><em>2025 war mit 1 Wort…?</em><br />
Uff.</p>]]></content><author><name></name></author><category term="blog" /><summary type="html"><![CDATA[Zugenommen oder abgenommen? Ungefähr gleich, ich kann es nicht genau sagen. Ich habe oft eine Jogginghose an, und wer Jogginghosen trägt, hat bekanntermaßen - Karl Lagerfeld hatte vollkommen recht - die Kontrolle über sein Leben bzw. mindestens sein Gewicht verloren.]]></summary></entry><entry><title type="html">Change Management</title><link href="http://localhost:4001/post/2025/11/12/changemanagement.html" rel="alternate" type="text/html" title="Change Management" /><published>2025-11-12T10:00:00+01:00</published><updated>2025-11-12T10:00:00+01:00</updated><id>http://localhost:4001/post/2025/11/12/changemanagement</id><content type="html" xml:base="http://localhost:4001/post/2025/11/12/changemanagement.html"><![CDATA[<p>Ich bin auf einer Change-Management-Veranstaltung zu einem Großprojekt. Die Umstände, die Enstehungsgeschichte und der Verlauf dieses Termins wären einen eigene Beitrag wert, aber unauslöschlich wird mir im Gedächtnis bleiben, dass zwei Teilnehmer und ich in einer Pause gleichzeitig das Klo aufsuchten und, alle drei am Pissoir stehend, aus irgendeinem Übersprungsbedürfnis heraus Konversation zu projektbezogenen Themen machten. Awkward as hell, aber ich bin weder ohnmächtig geworden noch hat sich der Boden aufgetan, also hab ich abgeschüttelt, mir die Hände gewaschen und weiter gings im World Café.</p>]]></content><author><name></name></author><category term="post" /><summary type="html"><![CDATA[Ich bin auf einer Change-Management-Veranstaltung zu einem Großprojekt. Die Umstände, die Enstehungsgeschichte und der Verlauf dieses Termins wären einen eigene Beitrag wert, aber unauslöschlich wird mir im Gedächtnis bleiben, dass zwei Teilnehmer und ich in einer Pause gleichzeitig das Klo aufsuchten und, alle drei am Pissoir stehend, aus irgendeinem Übersprungsbedürfnis heraus Konversation zu projektbezogenen Themen machten. Awkward as hell, aber ich bin weder ohnmächtig geworden noch hat sich der Boden aufgetan, also hab ich abgeschüttelt, mir die Hände gewaschen und weiter gings im World Café.]]></summary></entry><entry><title type="html">Schufa</title><link href="http://localhost:4001/blog/2025/10/09/schufa.html" rel="alternate" type="text/html" title="Schufa" /><published>2025-10-09T11:00:00+02:00</published><updated>2025-10-09T11:00:00+02:00</updated><id>http://localhost:4001/blog/2025/10/09/schufa</id><content type="html" xml:base="http://localhost:4001/blog/2025/10/09/schufa.html"><![CDATA[<p>Mein Schufa-Score hat, wie mir die Schufa heute mitteilt, einen Wert von 99,48%. So hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich in Zukunft meine Zahlungsverpflichtungen erfüllen werde. Einen viel höheren Schufa-Score wird man bis zur Erfindung der Unsterblichkeit nicht bekommen können. Ich kann jederzeit eine Wohnung mieten, die Hausbank wechseln, einen  Mobilfunkvertrag abschließen, im Versandhandel per Rechnung kaufen.</p>

<p>Das war nicht immer so, und der Anfang der folgenden Geschichte ist mehr als 10 Jahre her.</p>

<p>Menschen geraten aus unterschiedlichsten Gründen in finanzielle Schieflagen. Bei mir waren es finanzielle Verpflichtungen aus meiner Selbständigkeit, die ich nicht im Blick und damit auch nicht im Griff hatte, und finanzielle Verpflichtungen aus meiner Scheidung, um die ich mich zu wenig gekümmert hatte und zu denen ich außerdem schlecht beraten wurde. Ich war vom Finanzamt gepfändet, es gab gelbe Briefe ohne Ende, die ich alle nicht aufgemacht habe, und es gab sogar einen Haftbefehl zur Abgabe der eidesstattlichen Versicherung. Ich bin nur deshalb nicht in die JVA Lübeck verbracht worden, weil ich fast nie zuhause, sondern fast immer bei meiner Freundin war.</p>

<p>Irgendwann waren wir aber zusammengezogen, und eines Tages stand dann der Gerichtsvollzieher vor unserer gemeinsamen Tür. Ich war nicht da. Meine Freundin war sehr sauer (also im Sinne von: SEHR sauer, ich weiß bis heute, was ich gerade gemacht habe, als sie anrief), sie wusste nicht um die Details meines finanziellen Desasters.</p>

<p>In großen Firmen, so auch in der Firma meiner Freundin, gibt es oft eine Art betriebliches Hilfesystem für Notfälle der Mitarbeiter:innen, seien sie zum Beispiel persönlicher, gesundheitlicher oder eben finanzieller Natur. Als sie ihren Pragmatismus wiedergefunden hatte - ich weiß bis heute zu schätzen, dass das relativ schnell der Fall war -, empfahl sie mir dieses Hilfesystem, die würden sich auch um Angehörige kümmern, sogar um Lebensgefährten. Ich rief dort an, und ich hatte Frau K. dran.</p>

<p>Frau K. hat sofort und umstandslos alle Hebel in Bewegung gesetzt. Frau K. hat Gläubiger, die mir mit Erpressermethoden kamen, in ihre Schranken verwiesen, Frau K. hat sämtliche notwendigen Papiere unterschriftsfertig vorbereitet, Frau K. hat alle offenen Punkte geregelt. Frau K. hat mir am Ende den Arsch gerettet. Ich werde Frau K. bis ans Ende meines Lebens zu danken haben, und ich habe es natürlich zwischenzeitlich immer wieder in verschiedener Form getan.</p>

<p>Das ganze Verfahren dauerte knapp vier Jahre und zog sich am Ende ein wenig. Das Verfahren war reif für die Restschuldbefreiung, aber die Rechtspflegerin war überlastet. Das tat mir persönlich leid, aber ich brauchte den Abschluss, um wieder neu anfangen zu können. Am Ende hab ich so lange und auch mit Rechtsmitteln bis hin zum Gerichtspräsidenten gedrängelt, bis das Gericht der Rechtspflegerin aufgegeben hat, jetzt endlich mal mein Verfahren abzuschließen. Das passierte dann auch umgehend, aber dafür haben vermutlich drei andere Leute noch länger gewartet. Das tat mir auch irgendwie leid, aber für die personelle Unterbesetzung des AG Hamburg konnte ich auch nix.</p>

<p>Nach der Restschuldbefreiung dauerte es noch eine Weile - die Schufa hatte mehrjährige Speicherfristen für harte Negativmerkmale, zu denen auch die Erteilung einer Restschuldbefreiung gehörte* - aber seit 2021 ist meine Schufa wieder porentief rein und mittlerweile - siehe oben - auf Höchstwerten.</p>

<p>Zu den Absurditäten meines Lebens gehört es, dass ich ausgerechnet während der Zeit meiner Insolvenz viele Dienstreisen mit der Fluggesellschaft Emirates in der Business- und sogar in der First Class nach Indien gemacht habe und damit unter extremen Luxusbedingungen unterwegs war, die mit meiner privaten finanziellen Situation in keinster Weise zusammenzubringen waren. Da lernt man Ambiguitätstoleranz.</p>

<p>*Ich habe viele Jahre in der Softwareentwicklung für eine Bank gearbeitet, Schwerpunkt Mahnwesen und Risikomanagement, daher weiß ich das. Auch so eine Absurdität meines Lebens. Die Schufa fand jedenfalls damals, dass jemandem, der von seinen Schulden losgesprochen wurde, nicht zu trauen ist. Den heutigen Algorithmus kenne ich nicht.</p>]]></content><author><name></name></author><category term="blog" /><summary type="html"><![CDATA[Mein Schufa-Score hat, wie mir die Schufa heute mitteilt, einen Wert von 99,48%. So hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich in Zukunft meine Zahlungsverpflichtungen erfüllen werde. Einen viel höheren Schufa-Score wird man bis zur Erfindung der Unsterblichkeit nicht bekommen können. Ich kann jederzeit eine Wohnung mieten, die Hausbank wechseln, einen Mobilfunkvertrag abschließen, im Versandhandel per Rechnung kaufen.]]></summary></entry><entry><title type="html">Nähen</title><link href="http://localhost:4001/blog/2025/08/10/naehen.html" rel="alternate" type="text/html" title="Nähen" /><published>2025-08-10T11:00:00+02:00</published><updated>2025-08-10T11:00:00+02:00</updated><id>http://localhost:4001/blog/2025/08/10/naehen</id><content type="html" xml:base="http://localhost:4001/blog/2025/08/10/naehen.html"><![CDATA[<p>Meine Frau hat gestern eher nebenbei bemerkt, dass bei Tchibo Näh-Wochen sind, einschließlich Nähmaschinenangeboten. Ich habe 2020 im Zuge der Covid-Pandemie erstmalig auf ihrer 40 Jahre alten Nähmaschine Masken genäht und Spaß an dieser Beschäftigung, dem Nähen, gefunden. Einige dieser Masken befinden sich seit dem Frühjahr ‘20 im Besitz diverser Leute, die ich damals über Twitter kannte; ein paar dieser Leute sind später auch zu Mastodon gekommen und erinnern sich vielleicht. Die Zeit der genähten Masken war bald vorbei, irgendwann gab es FFP2, aber Nähen blieb im meinem Hinterkopf und wurde zwischendurch immer mal wieder thematisiert. Jetzt gibt es also diese Maschinen bei Tchibo.</p>

<p>Die Maschinen sind qualitativ eher nicht so dolle, also lasse ich mich in das Rabbithole “Nähmaschinen” fallen und finde nach umfangreicher Recherche eine Maschine, die mutmaßlich für mich OK ist - eine Singer Elite ME457. Bestellung ist raus, Lieferung in 2-3 Tagen. Ich bin gespannt. In der Zwischenzeit gucke ich mir Nähvideos an. Es ist so interessant. Im Bereich 3D-Tutorials - mein anderes Hobby - schneiden Leute im Zweifel nicht mal die OBS-Schnipsel am Anfang und am Ende weg, bei den Näh-Influencerinnen (w) ist alles komplett durchproduziert, und eine Amerikanerin erklärt mir mit nicht enden wollender Begeisterung in der Stimme, wie man in der Singer Ober- und Unterfaden einfädelt. Ich denke, ich werde Spaß haben.</p>]]></content><author><name></name></author><category term="blog" /><summary type="html"><![CDATA[Meine Frau hat gestern eher nebenbei bemerkt, dass bei Tchibo Näh-Wochen sind, einschließlich Nähmaschinenangeboten. Ich habe 2020 im Zuge der Covid-Pandemie erstmalig auf ihrer 40 Jahre alten Nähmaschine Masken genäht und Spaß an dieser Beschäftigung, dem Nähen, gefunden. Einige dieser Masken befinden sich seit dem Frühjahr ‘20 im Besitz diverser Leute, die ich damals über Twitter kannte; ein paar dieser Leute sind später auch zu Mastodon gekommen und erinnern sich vielleicht. Die Zeit der genähten Masken war bald vorbei, irgendwann gab es FFP2, aber Nähen blieb im meinem Hinterkopf und wurde zwischendurch immer mal wieder thematisiert. Jetzt gibt es also diese Maschinen bei Tchibo.]]></summary></entry><entry><title type="html">Urlaub im Ruhrpott</title><link href="http://localhost:4001/blog/2025/05/18/ruhrpott.html" rel="alternate" type="text/html" title="Urlaub im Ruhrpott" /><published>2025-05-18T11:00:00+02:00</published><updated>2025-05-18T11:00:00+02:00</updated><id>http://localhost:4001/blog/2025/05/18/ruhrpott</id><content type="html" xml:base="http://localhost:4001/blog/2025/05/18/ruhrpott.html"><![CDATA[<p>Wann immer ich im Vorfeld verlauten ließ, dass im Frühjahr eine Woche Urlaub im Ruhrgebiet geplant sei, wurde ich angeguckt, als ob ich entschieden hätte, mich für eine Woche
zu Selbstfindungszwecken auf die Deponie Schönberg zurückzuziehen. Urlaub im Ruhrgebiet zu machen, schien meinen Bekannten und Kollegen eine schier unvorstellbare
Abstrusität zu sein.<br />
Nun gut, ich war noch nie im Ruhrgebiet, meine Frau auch nicht, und so plante sie unseren Aufenthalt und wir zogen in eine Ferienwohnung in Essen-Steele.</p>

<p>Ich habe im und über das Ruhrgebiet unter anderem folgendes gelernt:</p>
<ul>
  <li>Es ist grün. Deutlich grüner, als ich jemals gedacht hätte. Wir sind durch Wälder und Flußauen gewandert in dem Gefühl, es hätte auch Bayern oder Niedersachsen sein
können. Es ist phantastisch grün im Ruhrpott.</li>
  <li>Sie sind hier stolz auf den Bergbau, die Kohle, den Stahl, das Malocher-Image. Zu Recht, es wurde hier in dieser Industrie jahrzehntelang hart gearbeitet, es bedeutete
Opfer, einen bescheidenen Wohlstand (für die Malocher, der Wohlstand der Besitzerfamilien war und ist ungleich größer) und ein unglaublich starkes Gemeinschaftsgefühl.</li>
  <li>Die Region hat einen unfassbaren Strukturwandel hingelegt. Bergbau und Kohle sind erledigt, Stahl ist im radikalen Wandel. Sie haben das Beste draus gemacht, neue
Unternehmen angesiedelt, neue Felder erschlossen - Dienstleistungssektor, Wissenschaft und Forschung, Kultur.</li>
  <li>Alles ist voller Autobahnen, Autos, riesigen (wirklich: riesigen) Parkhäusern, Autohäusern und Tankstellen. Das ganze Ruhrgebiet ist voller Autos und voller 
Dienstleistungen und Angeboten rund ums Auto.</li>
  <li>Die Autobahnen verfügen bei hoher Verkehrslast über eine ampelgesteuerte Zuflussregelung (“Ein Fahrzeug bei Grün”), an die sich gehalten wird.</li>
  <li>Die autofahrenden Menschen sind entspannt und rücksichtsvoll, wenigstens im Vergleich zu Hamburg.</li>
  <li>Es gibt einen funktionierenden ÖPNV, mit dem man gut durch die Region kommt, wenn man 20 Minuten Zeit für den Takt und dann nochmal 5 bis 15 Minuten für die Verspätungen
mitbringt.</li>
  <li>In den großen Städten wird relativ offensiv gebettelt. In der Fußgängerzone, irgendwo auf der Straße, selbst wenn man im Außenbereich eines Restaurants sitzt und isst, kommen Leute und
fragen explizit nach absurden Summen (20 oder 30 Cent). In Hamburg sitzen die Leute eher mit Pappbecher auf der Straße, laufen aber auch durch die S-Bahnen. Das wiederum
habe ich hier nicht erlebt.</li>
  <li>Es gibt wirklich gute Kunst- und Kulturangebote, Museen, Veranstaltungen, öffentliche Kunstwerke auf stillgelegten Halden. Ich hatte das deutliche Gefühl, dass Kunst
und Kultur hier kein zu bedienendes Nischenthema ist, weil es in irgendeinem Förderplan steht, sondern dass das ein Anliegen ist, was ernstgenommen wird.</li>
  <li>Die Leute sind auch dann nett und entspannt, wenn sie nicht Auto fahren. Down to earth, sympathisch unaufgeregt, freundlich, verbindlich. Ein sehr angenehmer Menschenschlag.</li>
  <li>Die Region strahlt altes Westdeutschland aus. Fußgängerzonen wie damals, in den Stadtteilzentren gibt es Metzger, Bäcker, Änderungsschneidereien, Spielzeugläden,
kleine Einzelhandels- und Dienstleistungsgeschäfte, die alle irgendwie laufen. Keine Mega-Center, die alles kaputtmachen, sondern funktionierende Stadtteilzentren, die nicht nur aus Barbershops und 99-Cent-Läden
bestehen. Da guckt der Harburger ein bisschen neidisch, dass es das anderwo noch gibt.</li>
  <li>Das Ruhrgebiet ist besser als sein Ruf und mehr als Schimanski-Kulisse und -klischee.</li>
</ul>

<p>Es war schön hier. Ich denke, ich komme wieder.</p>]]></content><author><name></name></author><category term="blog" /><summary type="html"><![CDATA[Wann immer ich im Vorfeld verlauten ließ, dass im Frühjahr eine Woche Urlaub im Ruhrgebiet geplant sei, wurde ich angeguckt, als ob ich entschieden hätte, mich für eine Woche zu Selbstfindungszwecken auf die Deponie Schönberg zurückzuziehen. Urlaub im Ruhrgebiet zu machen, schien meinen Bekannten und Kollegen eine schier unvorstellbare Abstrusität zu sein. Nun gut, ich war noch nie im Ruhrgebiet, meine Frau auch nicht, und so plante sie unseren Aufenthalt und wir zogen in eine Ferienwohnung in Essen-Steele.]]></summary></entry><entry><title type="html">#Blogfragen - Ein Stöckchen</title><link href="http://localhost:4001/blog/2025/02/16/blogfragen.html" rel="alternate" type="text/html" title="#Blogfragen - Ein Stöckchen" /><published>2025-02-16T10:00:00+01:00</published><updated>2025-02-16T10:00:00+01:00</updated><id>http://localhost:4001/blog/2025/02/16/blogfragen</id><content type="html" xml:base="http://localhost:4001/blog/2025/02/16/blogfragen.html"><![CDATA[<p>Via <a href="https://e13.de/blogfragen-ein-stoeckchen/">kiki</a> mwN.</p>

<p><em>Warum hast Du ursprünglich mit dem Bloggen angefangen?</em><br />
Weil es alle gemacht haben oder zumindest doch sehr viele. Es ist auch schon sehr lange her, mehr als 15 Jahre, ich weiß das auch nicht mehr im Detail.</p>

<p><em>Welche Plattform nutzt Du für Deinen Blog und warum hast Du Dich dafür entschieden?</em><br />
Self-hosted Jekyll ohne Schnickschnack, ich schreibe meine Posts als statische Texte im “markdown”-Format. Ich will kein kompliziertes Datenbank- und PHP-Setup mehr. Naja, dafür habe ich jetzt ein kompliziertes Ruby-Setup. Irgendwas ist ja auch immer.</p>

<p><em>Hast Du schon auf anderen Plattformen gebloggt?</em><br />
Ja, self-hosted WordPress, das war aber administrationsmäßig irgendwann zu gruselig.</p>

<p><em>Wie schreibst Du Deine Blogposts? Nutzt Du ein lokales Bearbeitungstool oder eine Panel/Dashboard-Funktion Deines Blogs?</em><br />
Texteditor only.</p>

<p><em>Wann fühlst Du Dich am meisten inspiriert zu schreiben?</em><br />
Nachts um eins mit einer Flasche Rotwein intus. Oder wenn ich gerade was besonders Berichtenswertes erlebt habe. Oder wenn ich ein schönes technisches Problem gelöst habe. Oder wenn jemand so ein schönes Stöckchen wirft. (Die Begrifflichkeit kennt wahrscheinlich auch kaum noch jemand.)</p>

<p><em>Veröffentlichst Du Deine Texte sofort oder lässt Du sie erst eine Weile als Entwurf liegen?</em><br />
Sofort raus oder sofort wieder löschen.</p>

<p><em>Über welche Themen schreibst Du generell?</em><br />
Ich habe zwei Blogs: Ein privates, da schreibe ich über Privates, Politik, Alltag, Stöckchen und so weiter, und ein technisches, da dokumentiere ich, wie ich bestimmte Sachen mal konfiguriert habe, damit ich es später mal nachlesen kann, wenn ich mich nicht mehr erinnere, wie ich das damals doch gleich gemacht habe. Ich habe auch noch ein drittes Blog, das ist aber zur Zeit nicht öffentlich, da führe ich Tagebuch. Über die interessanten Zeiten, in denen wir leben, und über meinen Alltag. Da schreibe ich jeden Tag etwas rein, und zwar meistens etwas, was ich an diesem Tag erlebt habe, aber auch Dinge, die sonst noch so passiert sind, soweit ich sie mit meinem derzeit aus Gründen eingeschränkten Nachrichtenkonsum mitbekommen habe.</p>

<p><em>Für wen schreibst Du?</em><br />
Für mich, und wenn es andere interessiert (privates Blog) oder anderen weiterhilft (technisches Blog), dann ist das schön, aber nicht Ziel und Zweck der Übung.</p>

<p><em>Was ist Dein Lieblingsbeitrag auf Deinem Blog?</em><br />
Keiner.</p>

<p><em>Hast Du schon Blogpausen eingelegt oder Blogs ganz aufgegeben?</em><br />
Ja, ich habe zwischendurch, nach WordPress, lange gar nichts gemacht, und auch heute schreibe ich - bis auf das Tagebuch - ja eher selten öffentlich.</p>

<p><em>Was empfiehlst Du Menschen, die mit dem Bloggen anfangen wollen?</em><br />
Machen, weil man es will, nicht weil man irgendwas bedienen oder berühmt werden möchte. Nicht auf Reichweite gucken, es ist im Zweifel enttäuschend, seine Hoffnungen darauf zu setzen.</p>

<p><em>Hast Du Zukunftspläne für Deinen Blog? Vielleicht ein Redesign, ein Wechsel der Plattform oder neue Features?</em><br />
Nein, ich bin beim fast minimalistischsten Design angekommen, was es gibt, und für mich reicht das.<br />
Ich lese gerne Blogs, die (typo)grafisch gut gemacht sind, weil ich Typografie und Design mag, aber mein Schwerpunkt für mein Blog ist das nicht. Hier geht es ausschließlich um den Text.</p>]]></content><author><name></name></author><category term="blog" /><summary type="html"><![CDATA[Via kiki mwN.]]></summary></entry><entry><title type="html">2:07 Uhr</title><link href="http://localhost:4001/blog/2025/01/18/207-uhr.html" rel="alternate" type="text/html" title="2:07 Uhr" /><published>2025-01-18T10:00:00+01:00</published><updated>2025-01-18T10:00:00+01:00</updated><id>http://localhost:4001/blog/2025/01/18/207-uhr</id><content type="html" xml:base="http://localhost:4001/blog/2025/01/18/207-uhr.html"><![CDATA[<p>Wenn es um 2:07 Uhr nachts an der Wohnungstür klingelt, ist das nie ein gutes Zeichen. Heute Nacht stand unsere Nachbarin Frau O. vor der Tür, am ganzen Körper zitternd, panisch, zeitlich und örtlich desorieniert, kurz vor dem Zusammenbruch.<br />
Frau O ist dement. Als wir vor über einem Jahr hier einzogen, war sie noch ganz gut beieinander, aber im letzten Jahr hat sie rapide und massiv abgebaut. Sie stand bisher zweimal verwirrt vor unserer Tür, weil sie ihren Haustürschlüssel vergessen und sich ausgeperrt hatte. Das erstemal habe ich den Schlüsseldienst gerufen, das zweitemal konnten wir ihre Tochter erreichen, die 45 Autominuten entfernt auf dem Land wohnt. Die ist dann gekommen und hat ihre Mutter wieder in die Wohnung gelassen.<br />
Heute Nacht hatte Frau O den Schlüssel dabei, stand aber völlig neben sich. Sie wollte zu ihrer Tochter. Zu Fuß bei null Grad. Ich weiß nicht, wie lange sie draußen schon rumgeirrt ist, bis sie dann bei uns geklingelt hat.</p>

<p>Es ist vollkommen klar, dass Frau O nicht mehr in der Lage ist, ihr Leben allein zu bewältigen. Das weiß auch die Tochter (die wir dann nachts herantelefoniert haben). Ich weiß nur nicht, was wir als Nachbarn noch tun könnnen. Wären wir nicht dagewesen oder hätten wir nicht aufgemacht, wäre sie womöglich unbemerkt draußen erfroren. Die Situation kann sich jederzeit wiederholen, und wir sind nicht immer da. Frau O braucht irgendeine betreute Wohnform, auf sie muss jemand aufpassen. Plätze sind sicher nicht leicht zu bekommen, aber offenbar ist Geld in der Familie, es sollte also vielleicht eine Hürde niedriger ausfallen.</p>

<p>Wie bitter und traurig ist das alles.</p>

<p>Update 18.1.2025 abends:<br />
Die Tochter der Nachbarin schreibt eine Dankes-Whatsapp, sie hofft, das “so etwas nicht wieder vorkommt”.<br />
Ich fürchte, dass sie das Wesen der Demenz doch nicht verstanden hat. Die geht, soweit ich weiß, nicht einfach wieder weg.<br />
Nach ihrem nächsten nächtlichen Ausflug liegt ihre Mutter womöglich morgens tot im Garten. (Und nein, die Behörde unternimmt nichts, solange es Angehörige gibt. Das haben wir schon abgefragt. Sozialpsychiatrischer Dienst am Arsch.)</p>

<p>Es bleibt bitter und traurig, und wir stehen hilflos daneben.</p>]]></content><author><name></name></author><category term="blog" /><summary type="html"><![CDATA[Wenn es um 2:07 Uhr nachts an der Wohnungstür klingelt, ist das nie ein gutes Zeichen. Heute Nacht stand unsere Nachbarin Frau O. vor der Tür, am ganzen Körper zitternd, panisch, zeitlich und örtlich desorieniert, kurz vor dem Zusammenbruch. Frau O ist dement. Als wir vor über einem Jahr hier einzogen, war sie noch ganz gut beieinander, aber im letzten Jahr hat sie rapide und massiv abgebaut. Sie stand bisher zweimal verwirrt vor unserer Tür, weil sie ihren Haustürschlüssel vergessen und sich ausgeperrt hatte. Das erstemal habe ich den Schlüsseldienst gerufen, das zweitemal konnten wir ihre Tochter erreichen, die 45 Autominuten entfernt auf dem Land wohnt. Die ist dann gekommen und hat ihre Mutter wieder in die Wohnung gelassen. Heute Nacht hatte Frau O den Schlüssel dabei, stand aber völlig neben sich. Sie wollte zu ihrer Tochter. Zu Fuß bei null Grad. Ich weiß nicht, wie lange sie draußen schon rumgeirrt ist, bis sie dann bei uns geklingelt hat.]]></summary></entry><entry><title type="html">Jahresrückblick 2024</title><link href="http://localhost:4001/blog/2024/12/30/jahresrueckblick.html" rel="alternate" type="text/html" title="Jahresrückblick 2024" /><published>2024-12-30T17:00:00+01:00</published><updated>2024-12-30T17:00:00+01:00</updated><id>http://localhost:4001/blog/2024/12/30/jahresrueckblick</id><content type="html" xml:base="http://localhost:4001/blog/2024/12/30/jahresrueckblick.html"><![CDATA[<p><em>Zugenommen oder abgenommen?</em><br />
Ich kann das mangels Waage gar nicht feststellen, die Hose sagt: Im Wesentlichen unverändert. Ist aber eine Stretchbund-Hose.</p>

<p><em>Haare länger oder kürzer?</em><br />
Länge unverändert schwankend zwischen kurz (nach Friseurbesuch) und grenzwertig (nach mehreren Monaten). Haardichte rückläufig, Haarfarbe immer grauer.</p>

<p><em>Kurzsichtiger oder weitsichtiger?</em><br />
Die Lesebrillenstärke nimmt langsam, aber stetig zu.</p>

<p><em>Mehr ausgegeben oder weniger?</em><br />
Mehr für Urlaub, mehr für Spenden, ansonsten ungefähr im Rahmen der allgemeinen Preisentwicklung.</p>

<p><em>Der hirnrissigste Plan?</em><br />
Ich neige nicht zu hirnrissigen Plänen und hatte dieses Jahr auch keinen.</p>

<p><em>Die gefährlichste Unternehmung?</em><br />
An einem wolkenlosen Tag mit 30 Grad im Schatten auf eine 12km-Wandertour zu gehen, auf der es nach 5 Kilometern keinen Schatten mehr gab. Das war selten dämlich.</p>

<p><em>Der beste Sex?</em><br />
Siehe Anwort 2023.</p>

<p><em>Die teuerste Anschaffung?</em><br />
Neuer Gaming-PC, mit dem ich gar nicht mehr game, sondern eigentlich nur noch 3D mache.</p>

<p><em>Das leckerste Essen?</em><br />
Gänsebrust am Knochen mit Klößen und Rotkohl, wie letztes Jahr. Die Rehkeule war auch sehr gut. Daneben viele interessante Experimente in der asiatischen Richtung gemacht.</p>

<p><em>Das beeindruckenste Buch?</em><br />
Die Manfred-Krug-Tagebücher.</p>

<p><em>Der ergreifendste Film?</em><br />
Ergreifend ist vielleicht das falsche Wort, erschütternd trifft es eher: “The Zone of Interest”.</p>

<p><em>Die beste Musik?</em><br />
Alles von <a href="https://chaos.social/@ScottHuehnerkrisp">Scott Hühnerkrisp</a>.</p>

<p><em>Das schönste Konzert?</em><br />
Kammermusik im Kleinen Saal der Elphi.</p>

<p><em>Die meiste Zeit verbracht mit…?</em><br />
Arbeit, kochen, 3D, Internet.</p>

<p><em>Die schönste Zeit verbracht mit…?</em><br />
Ihr.</p>

<p><em>Vorherrschendes Gefühl 2024?</em><br />
Alle bekloppt.</p>

<p><em>2024 zum ersten Mal getan?</em><br />
Mit dem Autoreisezug nach Sylt gefahren.</p>

<p><em>2024 nach langer Zeit wieder getan?</em><br />
In eine Partei eingetreten.</p>

<p><em>3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?</em><br />
Zunehmende Rechtsradikalisierung, abnehmenden (auch politischen) Anstand, Sorgen um nahestehende Menschen.</p>

<p><em>Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?</em><br />
Lass uns mal wieder treffen.</p>

<p><em>Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?</em><br />
Das müssen andere sagen.</p>

<p><em>Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?</em><br />
Dazusein, wie immer.</p>

<p><em>Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?</em><br />
“OP ist gut verlaufen.”</p>

<p><em>Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?</em><br />
Auch das müssen andere beurteilen. Vielleicht “Ich habe mich gefreut.”</p>

<p><em>2024 war mit 1 Wort…?</em><br />
Aaaaargh.</p>]]></content><author><name></name></author><category term="blog" /><summary type="html"><![CDATA[Zugenommen oder abgenommen? Ich kann das mangels Waage gar nicht feststellen, die Hose sagt: Im Wesentlichen unverändert. Ist aber eine Stretchbund-Hose.]]></summary></entry><entry><title type="html">Die Grünen</title><link href="http://localhost:4001/blog/2024/11/08/gruene.html" rel="alternate" type="text/html" title="Die Grünen" /><published>2024-11-08T10:00:00+01:00</published><updated>2024-11-08T10:00:00+01:00</updated><id>http://localhost:4001/blog/2024/11/08/gruene</id><content type="html" xml:base="http://localhost:4001/blog/2024/11/08/gruene.html"><![CDATA[<p>Heute Abend bin ich den Grünen (genaugenommen der Partei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) beigetreten, und es ist nicht meine erste Parteimitgliedschaft. Meine erste Parteimitgliedschaft war in der SED, der Sozialistischern Einheitspartei 
Deutschlands, der Beitritt hat 1988 oder 1989 stattgefunden, also kurz vor Toresschluss der DDR. Ich war jedenfalls 18, Schüler an der Erweiterten Oberschule und hatte die Hoffnung, als Mitglied dieser Partei, gewissermaßen von innen, in der DDR etwas zum Guten bewegen zu können.
Es war gar nicht so einfach, in diese Partei reinzukommen, es gab Quoten für Leute aus der Arbeiterklasse. Ich komme aber nicht aus der Arbeiterklasse, meine Eltern sind Künstler:innen, meine Großeltern zur Hälfte auch. Auf der anderen
Seite hätte ich mit einem Schlosser und einer Näherin aufwarten könnnen, aber soviel Ahnenforschung hat die Partei nicht betrieben, und das war ja vielleicht auch ganz gut so.</p>

<p>Einen Bewerber, der, nach seinen Gründen gefragt, in die SED einzutreten, formulierte, da wäre er ja an der Quelle interessanter Informationen und gewissermaßen auch an der Quelle der Macht, haben sie damals nicht genommen; an unserer 
Schule war man in solchen Fragen nicht ganz so scharf auf Karrieristen (m) wie anderswo, was ich im Nachhinein immer noch schätze.</p>

<p>Jedenfalls ist die SED untergegangen, ihre Nachfolgeorganisationen haben mich nicht interessiert, und ich habe zwischenzeitlich taktisch gewählt, wie ich es eben mit meinem Gewissen vereinbaren konnte.</p>

<p>Das war also, weil Transparenz eines der Gebote der Stunde ist, meine bisherige Parteikarriere.</p>

<p>Nun ja, und jetzt sind wir an einem Punkt, an dem ich es kaum noch ertrage, Nachrichten zu konsumieren, geschweige denn, irgendwelche Talkshows anzugucken, und an dem ich das Gefühl habe, man müsste von innen, als Bürgerin und Bürger, 
etwas verändern oder wenigstens - aufhalten. Die Situation von heute in Deutschland ist nicht die gleiche wie die Situation 1988 in der DDR. Damals brauchten wir eine Revolution, und wir haben sie gemacht; ich war dabei, in einer 
sehr kleinen, untergeordneten Rolle beim Militär.</p>

<p>Heute ist nicht mehr selbstverständlich, dass die “liberalen Demokratien des Westens” stabil genug sind, autokratischen Regimes von Russland (steht fest) bis USA (wahrscheinlich) entgegenzutreten; gerade die Entwicklung in den USA zeigt,
dass Demokratie als Gesellschaftsform eben gerade keine Selbstverständlichkeit ist.</p>

<p>Also was kann man machen? Ich höre überall “engagiert euch, zeigt zivilgesellschaftliches Engagement, vernetzt euch, bündelt die demokratischen Kräfte”, und naja, gucken wir mal, was der GRÜNEN-Verband Hamburg-Harburg so kann.
Vielleicht kann er dazu beitragen, dass in Harburg, Hamburg und bundesweit ein paar Leute weniger finden, Nazis zu wählen wäre die Lösung für irgendwas, und wenn ich dafür als Zweiter Stellvertretender Reserve-Obmann für IT mal einen
Windows-PC neu aufsetzen muss, dann in Gottes Namen.</p>

<p>Im Übrigen ist bürgerschaftliches Engagement aus meiner Sicht in jeder demokratischen Partei zu begrüßen, ich bin bei den Grünen deshalb, weil deren Programm und auch die Art und Weise, wie ihre Protagonist:innen in den vergangenen 
Jahren in der Bundespolitik aufgetreten sind, am wenigsten von dem abweicht, was ich mir idealerweise unter Politik vorstelle. Der Witz an der Demokratie ist ja gerade die Vielfalt der politischen Meinungen und Programme. Man muss 
nur sehr sauber damit sein, nix mit Nazis zu machen. Dass das Konsens bleibt, ist sozusagen das Minimalziel meines Engagements. Wäre gut, wenn wir das schaffen könnten.</p>]]></content><author><name></name></author><category term="blog" /><summary type="html"><![CDATA[Heute Abend bin ich den Grünen (genaugenommen der Partei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) beigetreten, und es ist nicht meine erste Parteimitgliedschaft. Meine erste Parteimitgliedschaft war in der SED, der Sozialistischern Einheitspartei Deutschlands, der Beitritt hat 1988 oder 1989 stattgefunden, also kurz vor Toresschluss der DDR. Ich war jedenfalls 18, Schüler an der Erweiterten Oberschule und hatte die Hoffnung, als Mitglied dieser Partei, gewissermaßen von innen, in der DDR etwas zum Guten bewegen zu können. Es war gar nicht so einfach, in diese Partei reinzukommen, es gab Quoten für Leute aus der Arbeiterklasse. Ich komme aber nicht aus der Arbeiterklasse, meine Eltern sind Künstler:innen, meine Großeltern zur Hälfte auch. Auf der anderen Seite hätte ich mit einem Schlosser und einer Näherin aufwarten könnnen, aber soviel Ahnenforschung hat die Partei nicht betrieben, und das war ja vielleicht auch ganz gut so.]]></summary></entry></feed>